Folgen der Spielsucht - ein Erfahrungsbericht

Kaum jemand kann es sich zu Beginn einer Spielleidenschaft vorstellen, wie schnell aus dem anfänglichen Zeitvertreib und Vergnügen eine Spielsucht und ernsthafte Erkrankung entstehen kann. Das Spielen an den lustig rotierenden bunten Slotmaschinen oder das Pokern um Geld wird durch das große Angebot im Internet vereinfacht und verharmlost. Am Ende beherrschte mich fast den größten Teil des Tages viele Stunden lang nur noch der Gedanke, das verlorene Geld wieder zurückgewinnen zu müssen.

Wie meine Spielsucht unser glückliches Leben zerstörte

Bevor ich spielsüchtig wurde, hatte ich eine gute Anstellung in einem großen Unternehmen als IT-Systemadministrator. Mit meiner Frau und unseren Kindern waren wir am Stadtrand in unser neugebautes hübsches Einfamilienhaus gezogen. Meine Frau hatte vor der Geburt unserer Kinder schon als Grundschullehrerin gearbeitet und war, nachdem die Kinder etwas älter waren, in ihren Beruf wieder eingestiegen. Dadurch, dass wir beide in guten angesehenen Berufen arbeiteten, waren wir finanziell gut gestellt und hatten uns im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen zur Seite legen können. Wir waren eine glückliche kleine Familie. Uns ging es sehr gut, bis meine Spielsucht unser gesamtes gemeinsames Leben vollkommen ruinierte.

Der schleichende Einstieg in die Spielsucht und der lange Kampf um Anerkennung von Berufsunfähigkeit und Therapie

Begonnen hat meine Spielsucht schleichend. Zur Entspannung von meinem mitunter stressigen Job loggte ich mich auf verschiedenen Spielplattformen im Internet ein. Am Anfang spielte ich im Internet in meiner Freizeit, an den Abenden zu Hause oder am Wochenende. Ich genoss das Gefühl mich beim Pokern den anderen Mitspielern mit meinen Strategien überlegen zu fühlen und konnte auch den einen oder anderen ansehnlichen Gewinn einstreichen. Dass das Spielen im Internet in Deutschland illegal war, wusste ich zwar. Aber es spielen viele Tausend Spieler in dieser Grauzone und auf den für den deutschen Markt aufgebauten Spieleplattformen. Als ich begann Geld zu verlieren und unter Druck geriet, das verlorene Geld zurückgewinnen zu müssen, spielte ich auch während meiner Arbeitszeit. Am Ende spielte ich 10 bis 12 Stunden am Tag. Die Konsequenzen aus dieser Spielsucht waren, dass ich als Erstes meinen Job verloren hatte. Unsere finanzielle Situation änderte sich innerhalb kurzer Zeit dramatisch, da ich immer mehr Geld beim Spielen verlor und zunächst kein Einkommen durch den schuldhaften Jobverlust mehr hatte.

Als Lehrerin kannte meine Frau genau die Gefahren einer Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen

Es dauerte nicht lange, das meine Frau sich von mir trennte und mit unseren Kindern in einen etwas weiter entfernten Nachbarort zog. Sie wollte unsere Kinder schützen, die durch mein vorgelebtes Verhalten auch am Rande einer Internetsucht standen. Eine Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen kann schon in frühen Jahren gravierende Auswirkungen haben und das Leben der Kinder nachhaltig zerstören. Meine Frau machte mir auch klar, dass es sich bei meiner Spielsucht um eine Erkrankung handelte, und schickte mich zu einem Arzt. Als wir unser Haus bauten, hatte ich mich, um Geld zu sparen für eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden. Jetzt musste ich einen Prognosezeitraum von 36 Monaten in Kauf nehmen, bevor ich entsprechende Zahlungen erhalten konnte. Es wurde ein zäher Kampf um die Anerkennung meiner Spielsucht als Krankheit und den so wichtigen Therapien.

Der Weg aus der Spielsucht: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht die Konzentration auf die Genesung

Ein erster wichtiger Schritt zur Genesung war es, mir selbst einzugestehen, dass meine Spielsucht kein harmloses Vergnügen war. Dass ich nicht nur eine Pechsträhne hatte und weiterspielen müsste, um wieder auf der Gewinnerseite zu sein. Nein! Ich musste mir zunächst selbst eingestehen, dass ich eine ernsthafte Krankheit schon nach recht kurzer Zeit des Spielens entwickelt hatte. Mein Kampf um die Anerkennung der Berufsunfähigkeit war zwar zehrend, hat sich aber am Ende doch gelohnt. Durch den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wurde es mir ermöglicht, mich vollständig auf meine Genesung zu konzentrieren, ohne mich weiterhin mit finanziellen Sorgen abmühen zu müssen. Ich kann nur jedem Menschen, ob spielsüchtig oder nicht empfehlen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da kaum jemand im Voraus wissen kann, wie das Leben so spielt und welche Erkrankungen sich jemand zuziehen kann.

Anlaufstellen für Spielsüchtige und Angehörige im Internet:

AUTOMATISCH VERLOREN! Verspiel nicht dein Leben! Glücksspiel-Sucht-Hilfe e.V.